Autoreninterview mit Simone Lucas

Ein toter spanischer Pfarrer, ein mysteriöser Glaubensorden und Verstrickungen ins rechte Milieu. Simone Lucas hat mit „Tod im Pilgerdom“ einen spannenden Kriminalroman verfasst, der im Dezember 2018 erschienen ist.

Zu ihrem Romandebut hatte ich die Gelegenheit, ein Interview mit Simone Lucas zu führen.

Foto: (C) Simone Lucas
    Hallo Frau Lucas,
    in ihrem Kriminalroman „Tod im Pilgerdom“ ermittelt Kommissar Oliver Böll im beschaulichen Overath an seinem ersten Fall im Bergischen Land. Ist es ihr Romandebut?

Ja, „Tod im Pilgerdom“ ist mein Krimidebut. Das Schreiben aber ist mein täglich Brot. Ich arbeite als Autorin und Ghostwriterin von Sachbüchern.

    Der Roman ist gespickt mit einer ordentlichen Portion Lokalkolorit. Lässt man sich als Autorin während des Schreibens eigentlich oft selber von den Orten inspirieren, an die man seine Leser gedanklich entführt?

Ja. Räume und Orte haben eine inspirierende Wirkung. Wenn ein Ort etwas Besonderes hat, geht das Kopfkino los.

    Ein Kreuzweg von Overath nach Marialinden. Ein Pilgerdom, ein spanischer Pfarrer und letztlich ein Verweis zum Jakobsweg bis ins galizische Santiago de Compostela. Haben sie persönlich einen Bezug zum Pilgern?

Nein, nicht wirklich. Aber ich finde den Gedanken, einfach loszugehen und irgendwo irgendwann anzukommen, sehr schön. Ich weiß, dass man ganz anders schaut, wenn man zu Fuß geht, ganz ohne Zeitdruck. Wer sich schneller bewegt, übersieht viel. Wenn ich fliege und dann an einem fernen Ort ankomme, merke ich oft,dass die Seele gar nicht so schnell mitkommt. Gemeinhin nennt man das Jetlag. Aber ich denke, der Begriff greift zu kurz, weil es allein auf die physische Anspannung zielt. Langsamer zu reisen, ist vermutlich auch für die Seele bekömmlicher. Das Pilgern, diese innere Einkehr, so wurde mir von vielen berichtet, die tatsächlich gepilgert sind, stelle sich ganz automatisch ein, wenn man seinen Rythmus beim Gehen finde. Nicht zu schnell und nicht zu langsam geht.

„Kölsche Gerichte – Für mich ein Stück Heimat“

    Dem Leser fällt schnell auf, dass Kommissar Böll kein Kostverächter ist und jede Gelegenheit nutzt, regionale Speisen zu genießen. Ihre Vorliebe zur regionalen Küche geht gar soweit, dass sie am Ende des Buchs einige Rezepte für regionale Gerichte aufgeführt haben. Welches ist denn ihre persönliche regionale Lieblingsspeise?

Ich habe kein spezielles Lieblingsgericht. Ich bin mit den typischen kölschen Gerichten – wie Sauerbraten, Mettbrötchen, Halven Hahn, Himmel und Ääd – groß geworden. Für mich ein Stück Heimat. Privat koche ich sehr gern, eine wilde Mischung aus rheinischen, mediterranen und asiatischen Gerichten. Da bin ich sehr experimentierfreudig.

    In ihrem Roman geht es auch um einen fanatischen, religiösen Orden. Alles Fiktion oder wieviel Realität steckt in ihren Schilderungen?
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Als Schriftstellerin muss man am Zeitgeschehen dran bleiben, sich gut informieren. Rund um das Thema Religion und Rechtradikalismus ist zurzeit eine Menge los – überall in der Welt. Man muss sich gut informieren bevor man schreibt, damit die Story plausibel ist. Die Geschichte selbst aber ist Fiktion.

    In der Tat haben sie da im Roman zwei brisante und – insbesondere im Hinblick auf die letzten Jahre – hochaktuelle Themen aufgegriffen. Welches ist ihrer Meinung nach das größte gesellschaftliche Problem, mit dem die Menschen in den nächsten Jahren national, aber auch global, zu kämpfen haben?

Die Digitalisierung, weil sie toll und schrecklich zugleich ist.

    Der letzte Satz schließt mit dem Fund einer weiteren Leiche. Heißt das, dass Kommissar Böll bald schon wieder ermitteln wird?

Ja, ich schreibe bereits an Band 2 und wenn alles gut klappt, wird der Krimi Ende des Jahres erscheinen.

Weitere Informationen zur Autorin auf ihrer Webseite: www.Simone-Lucas.de

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