Mein Fußabdruck: erschreckend!

Der Welterschöpfungstag

Das zuletzt gelesene Buch von Sebastian Fitzek hat mich dazu veranlasst, mich intensiver mit meinem ganz persönlichen ökologischen Fußabdruck zu beschäftigen. Wir alle haben vielleicht in den letzten Jahren schon im Radio oder Fernsehen davon gehört, oder in den Medien gelesen, dass der sogenannte „Welterschöpfungstag“ in den vergangenen Jahren immer früher im Jahr eintrat.

War es Anfang der 1970er Jahre noch beruhigenderweise der 29. Dezember gewesen, trat der Welterschöpfungstag in 2018 bereits am 1. August ein. 2016 war es noch der 8. August und 2017 der 3. August (Quelle: Zeit Online). Doch dieser Wert ist global bemessen. Für Deutschland fällt der World Overshoot Day, wie er im englischen genannt wird, 2018 bereits auf den 2. Mai! Wir in Deutschland bräuchten damit also die Ressourcen von ganzen 3 Planeten Erden, um auf Dauer mit unserer derzeitigen Lebensweise zurecht zu kommen (und der Planet Erde mit uns klar kommt).

Das jeweils definierte Datum benennt den Tag, an dem alle natürlichen Ressourcen, die Mutter Natur eigenständig generieren kann, durch Produktion und Konsum verbraucht sind. Nach diesem Datum leben wir quasi auf Pump. Doch Vorsicht ist geboten! Es ist ein Kredit, den keiner von uns wirklich zurückzahlen kann…

Der eigene Footprint

Wie ich oben schon schrieb, war Fitzeks Buch „Noah“ der Auslöser, dass ich mich intensiver mit meinem ganz persönlichen Fußabdruck beschäftigen wollte. Bisher dachte ich, ich läge weit unter dem Durchschnitt. Ich bin erst zwei Mal in meinem Leben mit dem Flugzeug geflogen. Wir beziehen in unserem Haushalt 100% Ökostrom. Lichtquellen und Haushaltsgeräte sind seit letztem Jahr auf LED und sparsame Technik umgestellt. Und unser Alltagsleben ist nicht unbedingt von unkontrolliertem Konsum geprägt.

Im Internet gibt es mehrere Rechner, die im Selbsttest die eigene ökologische Bilanz errechnen. Die bisher beste Seite die ich gefunden habe ist www.footprintcalculator.org. Sie ist zwar durchgängig in englischer Sprache zu bedienen, doch können die eigenen Verhaltensweisen und Lebensumstände sehr detailliert angegeben werden, was die Genauigkeit der Berechnung sicherlich erheblich verbessert. Ich klicke mich also durch den Fragenkatalog – was nicht allzu lange dauert und in ca. 10 Minuten erledigt ist.

Fragen wie zum Beispiel

  • wie oft in der Woche ißt Du welches Fleisch
  • Nutzt Du Treibstoffabhängige Transportmittel
  • Nutzt Dein Haushalt Ökostrom
  • Kaufst Du regionale und/oder unverpackte Lebensmittel

werden über stufenlos einstellbare Schieber möglichst genau beantwortet.

Am Ende erfolgt dann die Auswertung. Das Ergebnis ist für mich…

…erschreckend!

Auf meinen persönlichen Lebensstil bezogen liegt mein persönlicher ökologischer Fußabdruck bei 2,3 Erden. Mein eigener Welterschöpfungstag ist somit bereits am 7. Juni erreicht. Live und in Farbe sieht das dann so aus:

Im Detail lässt sich die Bilanz dann auch noch betrachten. Hier wird deutlich, dass meine Bilanz insbesondere im Bereich der konsumierten Nahrungsmittel noch deutlich verbessert werden kann:

Nun hat die ganze Sache für meine Bilanz allerdings noch einen großen Haken! Hinsichtlich der Mobilitätsverhältnisse habe ich lediglich mein privates Nutzungsverhalten berücksichtigt und komme hier auf ca. 200 km Fahrleistung pro Woche (PKW). Nun aber DAS ABER:

Berücksichtige ich dazu noch die Fahrleistung, die ich aus beruflichen Gründen jedes Jahr zurücklege (ich bin Außendienstler und fahre um die 50000 km/Jahr), rückt mein Overshoot Day auf den 9. April vor. Die berufliche Komponente eingerechnet, verbrauche ich mit 3,7 Erden mehr als der bundesweite Durchschnitt. Welch erschreckende Bilanz!

Eine Bilanz

Das Ganze zeigt auf, dass es allerhöchste Zeit zum Handeln ist. Mir war das schon vorher bewusst. Nicht umsonst haben wir auf Ökostrom umgestellt, die Glühbirne gegen LED’s getauscht und kaufen Fleisch fast nur noch beim Matzger aus regionaler und biologischer Produktion. Doch das reicht eben noch nicht aus…

Die Menschen mit dem größten ökologischen Fußabdruck leben übrigens im benachbarten Luxembourg sowie in Katar mit jeweils knapp 6 Erden. Die USA liegt mit 5 Erden ebenfalls ganz weit oben.

Mach auch Du Deinen Fußabdruck-Test auf www.footprintcalculator.org

(Screenshots im Beitrag und Titelbild stammen von der Webseite des Diensteanbieters http://www.footprintcalculator.org)

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